Methodik
Was für Informationen werden hier bereitgestellt?
Auf dieser Website sind vertiefte Informationen zu den zwei Bundesasylzentren, vier Durchgangszentren und vier Rückkehrzentren im Kanton Zürich auffindbar. Die jeweiligen Übersichtspläne sind Bestandesaufnahmen nach Begehungen Mitte September 2022. Sie sind nicht absolut zu verstehen, sondern ein Versuch, diesen Orten ein Gesicht zu geben und eine Momentaufnahme zu erstellen.
Die Analyse des Flughafengefängnisses und des Zentrum Lilienberg für nicht begleitete Minderjährige ist im Umfang dieser Arbeit nicht bearbeitet worden, da es sich um zwei spezielle Unterbringungstypologien handelt. Das Durchgangszentrum in Bülach wurde bis jetzt noch nicht bearbeitet.
Die Bestandesaufnahme des Ist-Zustands ist die Grundlage für eine darauf aufbauende intersubjektive Analyse - dass heisst, komplexe Sachverhalte sind für aus mehreren Perspektiven erkennbar und nachvollziehbar - der verschiedenen Unterkünfte im Kanton Zürich.
Das fünf Säulen Modell „The ADAPT model: A conceptual framework for mental health and psychosocial programming in post conflict settings“, von Derrick Silove - Erläuterung in Menü Überblick „Problematik“ - bildet die Basis um zu ermitteln inwiefern die Aussenräume und Standorte der Anlagen bzw. Zentren die Grundbedürfnisse der Bewohner:innen abdecken oder nicht.
Um einen groben visuellen Überblick über die verschiedenen Anlagen zu schaffen, wurde eine möglichst einfache, nachvollziehbare und leicht verständliche Art gesucht. Dafür bietet sich das Spinnendiagramm an.
Das Spinnendiagramm visualisiert die Bestandesaufnahme und die Bewertung der verschiedenen Anlagen und erleichtert so einen Vergleich. Dazu wurden die Aspekte Aneignung bzw. Aneignungsmöglichkeiten, Nutzungsangebote, Bewegungsfreiheit, Lage, Zugänglichkeit und Zustand der Anlage aus landschaftsarchitektonischer Sicht beurteilt und zwar im Hinblick auf die Menschenwürde und die individuelle Freiheit.
Im Spinnendiagramm bedeutet ein vom Mittelpunkt weit entfernter Punkt eine menschenwürdigere Anlage.
Die abgehandelten Aspekte werden nach folgenden Kriterien eingeordnet:
Aneignung
Die Möglichkeit sich Raum anzueignen.
Peripherie
Es gibt Möglichkeiten sich den Raum selbstbestimmt anzueignen.
Beispielsweise durch Pflanzbeete, selbstgebaute Strukturen, Gartenarbeit, flexible Strukturen sind möglich.
Mittelpunkt
Der Aussenraum ist durch die Gestaltung vordefiniert, starr, nicht spontan und individuell veränderbar.
Grösse
Die Anlage wird dem Nutzungsruck auch bei voller Belegung gerecht.
Peripherie
Die Anlage wird dem Nutzungsdruck nach den Stadt Zürcher Freiraum Kriterien von 8qm pro Person auch bei voller Belegung gerecht.
Mittelpunkt
Die Anlage wird dem Nutzungsdruck bei voller Belegung nicht gerecht.
Nutzungsangebote
Verschiedene Bedürfnisse von Nutzer:innen werden Abgedeckt.
Namentlich Frauen, Kinder, Familien, Jugendliche, Physisch eingeschränkte Personen (Alters bedingt, Physische Behinderungen)
Dazu gehören: Treffpunkte auch mit Besucher:innen der Anlage, Orte für spontanen Austausch um Soziale Kontakte zu Pflegen sei es unter den Bewohner:innen und Nachbar:innen, klar definierte Rückzugsmöglichkeiten für vulnerabel Nutzer:innen (Frauen, Kinder, Lgbtq), generelle Rückzugsmöglichkeiten für alle, Spielflächen, SIA behinderten gerechte Gestaltung
Peripherie
Auf dem Gelände befinden sich verschiedene Nutzungsangebote um den Bedürfnissen der Nutzer:innen gruppen gerecht zu werden.
Zentrum
Es gibt keine ersichtliche Gestaltungsabsicht für verschiedenen Nutzer:innen Gruppen. Es handelt sich um Abstandsgrün und nicht um Aufenthaltsflächen.
Verlassen vom Gelände
Es besteht die Möglichkeit sich frei in der Umgebung zu Bewegen ohne durch Bauliche Massnahmen dabei eingeschränkt zu werden.
Peripherie
Der Aussenbereich ist zugänglich Eingänge sind nicht bewacht, das Gelände kann selbstbestimmt an mehreren Orten und zu jeder Uhrzeiten verlassen werden.
Zentrum
Der gesamte aussenraum ist abgesperrt, nicht überwindbar (durch z.B Zaun, Gebäudeanordnung) und es gibt nur einen Eingang den Alle benutzten müssen.
Lage
Darunter wird die geografische Lage und die Umgebung der Anlage verstanden.
Peripherie
Öffentlich nutzbare räume ohne Konsumzwang in der nächsten und näheren Umgebung.
Angebotsvielfalt in Gehdistanz bis 15 Minuten.
Zentrum
Isolierter Standort ohne vielfältiges Angebot in Gehdistanz von 15 Minuten Gesellschaftliche teilhabe Möglichkeiten sind sehr limitiert.
Zustand vom Aussenraum
Eine erkennbare Gestaltungsabsicht vom Aussenraum ist massgebend.
Peripherie
Die Anlage passt sich in die Umgebung ein und ist in guten Zustand und sieht nicht heruntergekommen aus. Gesunder Baumbestand
Zentrum
Ist im Vergleich zur Umgebung heruntergekommen. Der aussenraum sieht nicht regelmässig gepflegt aus und das Mobiliar ist veraltet und zerfällt.
Keine Bäume oder Bäume in schlechtem Zustand, z.B. starke Kappungen